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Frauensituation

Die Web- und Strickkunst ermöglicht den Frauen in der Region um Almora wirtschaftliche und finanzielle Unabhängigkeit. Hierdurch hat sich das Schicksal der weiblichen Dorfbevölkerung erheblich verbessert. Von 1998 bis 2000 lernten Frauen aus jedem einzelnen Dorf zwischen Almora und Binsar diese Handwerkkunst und änderten damit entscheidend ihre frühere Lebensart, die aus beschwerlicher und - aus wirtschaftlicher Perspektive - unproduktiver Landwirtschaft und Tierhaltung bestand.

Die Kooperative beschäftigt heute über 800 Frauen. Sie sind sozial anerkannt und von den Männern respektiert.

Die Weberinnen stellen zudem eine Interessensgruppe mit politischer Macht dar, mit Hilfe derer die Frauen zum ersten Mal ihre Rechte geltend machen und Einfluß auf die lokale Politik nehmen können.

Zur Zeit werden weitere 800 Frauen in verschiedenen Formen von traditionellem und zeitgenössischem Handwerk ausgebildet. Somit dehnt sich in dieser Region Jahr für Jahr das Netzwerk von selbstständig tätigen Frauen aus.

Aufbau von Infrastruktur

Das Haupt-Webzentrum steht in der Stadt Almora. Hier arbeiten ca. 300 Frauen aus den Dörfern der Umgebung. Vor einigen Jahren haben die Weberinnen sich einen Bus gekauft, den sie selbst mit schönen Mandala Motiven bemalt haben und der sie jeden Morgen in ihrem Dorf abholt und am Abend zurückbringt. Neben dem Webzentrum in Almora gibt es 2 kleinere Zentren in der unmittelbaren Umgebung. Den Frauen die zu weit von Almora entfernt leben wird die Möglichkeit geboten von zuhause zu arbeiten.

Bildungswesen

Mit zunehmender wirtschaftlicher Unabhängigkeit der Frauen stellte sich alsbald die Frage wer ihre Kinder während der Arbeitszeiten betreut. Mit großzügiger finanzieller Unterstützung der Danny Kaye Stiftung konnten Kinderkrippen und Grundschulen gegründet sowie Lehrer eingestellt werden.

Heute gehen ca. 1000 Kinder in die verschiedenen Schulen. Es gibt 5 Grundschulen, eine Mittelschule und eine höhere Schule für Mädchen, die sich bis dato in einem baufälligen Gebäude befand. Außerschulische Aktivitäten werden ebenfalls angeboten. Die Weberinnen haben in jedem Dorf Lehrer-Eltern-Verbände gegründet.

Gesundheitswesen - Lepra Rehabilitationszentrum

1992 gründete die Organisation Jan Jagaran Samiti ein Rehabilitationszentrum für Leprakranke in der Stadt Almora.

Mit Hilfe des Wohlfahrtministeriums und der “German Leprosy Relief Association” war es möglich eine Infrastruktur herzustellen und die ausgestoßenen Leprakranken aus dem fernen Kumaon und aus dem angrenzenden Nepal aufzunehmen, um sie im Weben zu unterweisen und Ihnen somit eine finanzielle Selbstständigkeit zu ermöglichen. Darüber hinaus wurden €rzte und Krankenschwestern eingestellt.

Heute besteht das Zentrum aus 52 Erwachsenen, 13 Kindern, drei Werkhallen, einer Klinik und aus diversen Wohnvierteln.

Alle Kinder gehen heute in Almora zur Schule. Die Erwachsenen gehören zu den besten Webern und kommen nicht nur für die Selbsterhaltung des Zentrums auf, sondern helfen auch den Dorffrauen beim Erlernen der traditionellen Webkunst.

 

 

       
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